In Erinnerung an Hertha Nathorff-Einstein

 

Am 5. Juni 1895 wurde Hertha Einstein in Laupheim geboren. Sie war das erste Mädchen auf der dortigen Lateinschule, studierte Medizin und wurde leitende Ärztin einer Berliner Kinderklinik. 1923 heiratete sie Erich Nathorff und führte mit ihm eine gemeinsame Praxis. Als Jüdin musste sie Deutschland 1939 mit ihrer Familie verlassen. Im Exil konnte sie ihren Beruf nicht mehr ausüben und schrieb unter anderem “Das Tagebuch der Hertha Nathorff”. Im hohen Alter starb sie 1993 in New York.

In Erinnerung an Hertha Nathorff-Einstein nimmt die Sonderausstellung das Thema Frauen im Judentum künstlerisch und biografisch auf. Drei Künstlerinnen und ein Künstler aus Deutschland sowie drei Künstlerinnen aus Jerusalem vermitteln ihre eigene Geschichte und die verschiedener, bedeutender jüdischer Frauen.

In seinen Arbeiten erinnert Nikolaus Mohr an zahlreiche Gedichte Hertha Nathorffs. Die kaum veröffentlichten Texte werden in kleinformatigen Aquarellen veranschaulicht. Ulla Mross geht in ihren Werken direkt auf das Tagebuch von Hertha Nathorff ein und hat die Technik des Holzschnitts dafür gewählt. Marianne Hollenstein stellt Gedanken von Hannah Arendt malerisch und räumlich dar. Chana Cromer arbeitet überwiegend mit Textilien. Diese stellen Verbindungen zu biblischen Geschichten und Frauenfiguren her, aber auch zu ihrer eigenen Biographie mit ihren Vorfahren, ihrer Mutter Leah und den Opfern der Shoa. Bei Ruth Schreiber liegt der Fokus auf der Bedeutung biblischer Frauenfiguren in Tora und Talmud. Durch aktuelle Foto-Inszenierungen mit realen Personen provoziert sie Nähe zu ihnen und bewirkt damit Betroffenheit oder auch Befangenheit. Im Zentrum ihrer Arbeiten sieht Riva Pinsky-Awadish die in Gebeten und Liedern gesprochene oder gesungene Zeile von Generation zu Generation (hebr. l’dor va’dor). Marlis E. Glaser zeigt gemalte Portraits jüdischer Frauen aus verschiedenen Jahrhunderten und Ländern, die als Frauenrechtlerinnen, Wissenschaftlerinnen, Dichterinnen und Politikerinnen agiert haben – darunter auch ein Bildnis Hertha Nathorffs.

 

           

 

Die Ausstellung ist Teil des Festjahres “2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland”. Gefördert durch #2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland e.V. aus Mitteln des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat.

Je nach Corona-Lage werden Angebote des Begleitprogramms rechtzeitig auf der Museumshomepage und in der Presse bekanntgegeben.

Den deutsch-englischen Flyer zur Ausstellung gibt es hier: Flyer_Frauen-im-Judentum

 


 


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